Archive for the ‘Zwei Wirklichkeiten’ Category

Zwischen allen Stühlen

Dienstag, März 10th, 2009

Hallo

ja, da stand ich nun noch nicht wirklich wach sein wollend - aber nicht mehr schlafen könnend. Als alleinerziehende berufstätige Mutter von drei Kindern mit Ambitionen sich nebenher eine Selbständigkeit aufzubauen, war ich mit dem Erlebnis ziemlich überfordert. Eine Bekannte aus dem Seminar hatte Erfahrung mit Zen und half mir mich zu ordnen. Sie konnte das Geschehene nur bedingt nachvollziehen. Unter dem Begriff “Sterben auf den Kissen” hatte sie schon davon gehört. Sie machte immer wieder deutlich, dass ihre Erfahrung nicht ausreichte um mich wirklich zu begleiten

Es fiel mir schwer mir Lehrer zu suchen, irgendwie hoffte ich, das geht schon wieder vorbei. Immer verlor alles mit der Zeit an Gewicht, jedes Problem jede Liebe…So würde es auch hiermit gehen, dachte und hoffte ich. Denn ich scheute den Aufwand mich auf den Weg zu machen. Diese übergroße Liebe und das Wissen um Unendlichkeit wurden zu einem Teil von mir, den ich zu verdrängen versuchte. Ab und an meditierte ich, schrieb Gedichte und meinte, dass müsse reichen…. bis es sich vielleicht irgendwann verflüchtigte…..Ich kam mir häufig verrückt vor, durchgeknallt. Die Kinder, die Arbeit, alles schien von Tag zu Tag mehr an Bedeutung zu verlieren. Verzweifelt versuchte ich wieder die zu werden, die ich vorher war. Aus heutiger Sicht fühlte sich das damals- von Juli 2007 bis Juli 2008 etwas so an:

Zwischen allen Stühlen

Zwischen allen Stühlen
Mit meinen Gefühlen

In der Stille mit der Freude sein
In allem ganz allein

Habe mich nicht auf dem Weg gemacht
Die Erfahrung wurde mir gebracht

Kam einfach über mich
Still und heimlich

Entführte mich in ein neues Land
Mit dem mich gar nichts verband

Verstand die Sprache nicht
Kannte kein einziges Gesicht

Eine Frau die zu helfen versuchte
Dabei das Helfen immer verfluchte

Mein Alltag blieb gleich
Die Tränen kamen Tränen leicht

Niemand, der mir half wirklich zu verstehen
Immer in der Gefahr unterzugehen

Nie konnte ich vor dem Nichts und der Liebe fliehen
Dabei wäre ich so gern wie ich war geblieben

Mühsam fand ich mich zurecht
Häufig war mir richtig schlecht

Ganz langsam gebe ich mich dem Erwachen hin,
auch wenn ich nicht weiss wer ich dann bin

Die schönen, die leichten Momente, die ich natürlich auch hatte, machten mir in ihrer Absolutheit Angst. Doch ab und an konnte ich mich der Leichtigkeit einfach so hingeben. Wie sich das anfühle, schreibe ich morgen….

Ungewollt Erwacht

Montag, März 9th, 2009

Hallo,,

ich in neu im Bloggen und mache dies weil- ihre kennt das vielleicht- weil es zu tun ist….Ich möchte mich austauschen über dieses Tanzen in beiden Wirklichkeiten (real und absolut). Im Alltag habe ich zwar den/die eine und andere mit der ich darüber reden kann. Aber kontinuierlich nahezu disziplienert sich zu bestimmten Themen Gedanken machen ist der Antrieb, der mich dazu veranlaßt zu bloggen. Es wäre schön, wenn es irgendwen interessiert und ich vielleicht auch das eine oder andere Feedback bekomme- ansonsten ist es das etwas andere Tagebuch…

Ich habe mir vorgenommen täglich zu schreiben und zwar wochenweise zu anderen Themen. Die erste Woche also - Jetzt -geht es um das Erwachen.

Mich traf es plötzlich und total unvorbereitet: Ich habe nur mal während einer beruflichen Weiterbildung zur Mediatorin für 20 Minuten in einer kleinen Gruppe meditiert und hier ist es passiert: Auf einmal war ganz klar: Das Ich hat alles erreicht, was es in diesem Leben zu erreichen gibt und kann gehen. Ich spürte körperlich wie es sich mit einem leisen Servus und danke verabschiedete. Dann spürte ich eine göttliche Kraft, die mich als Novizin aufnahm. Ganz viel Liebe und göttliche Kraft erfüllte mich.

Nach der Meditation war ich zutiefst verzweifelt. Mein ganzes bisheriges Weltbild war eingestürzt. Nichts war passiert und trotzdem alles anders. Diese Verzweiflung blieb mir ganz lange. Ich wehrte mich gegen diese Erfahrung.

Mit diesem Erlebnis kam die Sprache der anderen Wirklichkeit, ich fing an Gedichte zu schreiben, die die andere Wirklichkeit audrückten. Das Geschriebene erstaunte mich häufig und machmal schockierte es mich. Das erste Gedicht, dass sich in dieser Sprache ausdrückte war die Lösung eines Koans:

Klatschen mit einer Hand

In mir ist ein lauter Ton, den ich nicht höre
Dieser Ton ensteht, wenn man mit einer Hand klatscht

Wer hat geklatscht?

Wer hat mich aufgeweckt mit diesem riesengroßen Schreck?
Die Erkenntnis kam über Nacht und hat mir ein Wunder gebracht

Es scheint dieser Ton ist Dreh- und Angelpunkt der Welt
Viel mehr noch als das gelobte Geld

In ihm hört alles auf und fängt alles an

Mit diesem Ton die Welt zu betrachten
Heißt die Dinge anders zu achten

Ob Kirche, Liebe, Auto oder Kuchen
Mir scheint ich brauch nicht mehr zu suchen

Der Sinn des Lebens liegt in diesem einem Ton
Nur-wer glaubt mir das schon?

So bin ich denn jetzt reich und allein
Sag - kann das Leben schöner sein?

Tja- das war`s für heute. Morgen geht es weiter mit diesem Weg in und aus diesem Zustand: Denn obwohl ziemlich erwacht wollte ich eigentlich nur weiterschlafen

Es grüßt alle tief und friedvoll schlafenden, gewollt und ungewollt Erwachte…..
der Kobold