Die tote Ratte
Auf einem sonnigem Kinderspielplatz liegt eine vergiftete Ratte im Schatten. Ameisen und Fliegen geben ihr das letzte Geleit.
Menschen wenden sich angwidert ab. Die auf-der-Bank-Sitzenden schauen neugierig auf die Reaktionen der Neuankömmlinge. Manchen Menschen mit Essen in den Händen bleibt der Bissen im Halse stecken. Schließlich faßt sich eine Frau ein Herz, schnappt sich eine alte Zeitung und befiehlt ihrem männlichen Begleiter die Ratte zu entfernen. Die tote Ratte wird gleich einem mißliebigen, überflüssigen Gegenstand in die Büsche geworfen.
Mitgefühl und Innehalten beim Anblick eines gewaltsamen plötzlichen Todes kann sich bei diesem Anblick für Menschen kaum entwickeln. Warum nicht?
Die Ratte ist tod
Dies hat keine Not
Des Menschen Wille geschah
Ist das nicht wunderbar?
Hätt`er dies nur nicht gesehen und gehört
er wär`nicht in seiner Harmonie gestört
Die Würde, die im Sterben liegt,
bei einer toten Ratte sie niemand sieht