Zwischen allen Stühlen

Hallo

ja, da stand ich nun noch nicht wirklich wach sein wollend - aber nicht mehr schlafen könnend. Als alleinerziehende berufstätige Mutter von drei Kindern mit Ambitionen sich nebenher eine Selbständigkeit aufzubauen, war ich mit dem Erlebnis ziemlich überfordert. Eine Bekannte aus dem Seminar hatte Erfahrung mit Zen und half mir mich zu ordnen. Sie konnte das Geschehene nur bedingt nachvollziehen. Unter dem Begriff “Sterben auf den Kissen” hatte sie schon davon gehört. Sie machte immer wieder deutlich, dass ihre Erfahrung nicht ausreichte um mich wirklich zu begleiten

Es fiel mir schwer mir Lehrer zu suchen, irgendwie hoffte ich, das geht schon wieder vorbei. Immer verlor alles mit der Zeit an Gewicht, jedes Problem jede Liebe…So würde es auch hiermit gehen, dachte und hoffte ich. Denn ich scheute den Aufwand mich auf den Weg zu machen. Diese übergroße Liebe und das Wissen um Unendlichkeit wurden zu einem Teil von mir, den ich zu verdrängen versuchte. Ab und an meditierte ich, schrieb Gedichte und meinte, dass müsse reichen…. bis es sich vielleicht irgendwann verflüchtigte…..Ich kam mir häufig verrückt vor, durchgeknallt. Die Kinder, die Arbeit, alles schien von Tag zu Tag mehr an Bedeutung zu verlieren. Verzweifelt versuchte ich wieder die zu werden, die ich vorher war. Aus heutiger Sicht fühlte sich das damals- von Juli 2007 bis Juli 2008 etwas so an:

Zwischen allen Stühlen

Zwischen allen Stühlen
Mit meinen Gefühlen

In der Stille mit der Freude sein
In allem ganz allein

Habe mich nicht auf dem Weg gemacht
Die Erfahrung wurde mir gebracht

Kam einfach über mich
Still und heimlich

Entführte mich in ein neues Land
Mit dem mich gar nichts verband

Verstand die Sprache nicht
Kannte kein einziges Gesicht

Eine Frau die zu helfen versuchte
Dabei das Helfen immer verfluchte

Mein Alltag blieb gleich
Die Tränen kamen Tränen leicht

Niemand, der mir half wirklich zu verstehen
Immer in der Gefahr unterzugehen

Nie konnte ich vor dem Nichts und der Liebe fliehen
Dabei wäre ich so gern wie ich war geblieben

Mühsam fand ich mich zurecht
Häufig war mir richtig schlecht

Ganz langsam gebe ich mich dem Erwachen hin,
auch wenn ich nicht weiss wer ich dann bin

Die schönen, die leichten Momente, die ich natürlich auch hatte, machten mir in ihrer Absolutheit Angst. Doch ab und an konnte ich mich der Leichtigkeit einfach so hingeben. Wie sich das anfühle, schreibe ich morgen….

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